Ein gemeinnütziger Bildungsträger aus Mitteldeutschland brachte seine Ausbilderinnen und Ausbilder zu einer Train-the-Trainer-Veranstaltung in Leipzig zusammen. Anlass war die Einführung eines überarbeiteten Qualifizierungsprogramms, dessen Lernmodule an mehreren Standorten einheitlich vermittelt werden sollten. Unterschiedliche Unterrichtsroutinen und offene Fragen zur Bewertung praktischer Übungen erschwerten bislang ein gemeinsames Vorgehen. Für die konzentrierte Erprobung benötigte die Organisation einen externen Ort außerhalb des gewohnten Arbeitsumfelds.
Die Villa Trufanow in der Trufanowstraße 25, 04105 Leipzig, diente dabei nicht nur als Tagungsort. Die räumliche Trennung vom Tagesgeschäft half der Gruppe, selbst in die Rolle der Lernenden zu wechseln, Methoden kritisch zu prüfen und verbindliche Standards zu formulieren. Im Mittelpunkt stand deshalb weniger die Präsentation fertiger Inhalte als deren praktische Erprobung.
Ein Schulungsprogramm trifft auf unterschiedliche Praxis
Das neue Qualifizierungsprogramm sollte künftig von mehreren Lehrkräften an verschiedenen Standorten durchgeführt werden. Inhaltlich waren die Module bereits vorbereitet, doch bei der Umsetzung blieben zentrale Punkte offen: Wie ausführlich sollten Fallbeispiele besprochen werden? Nach welchen Kriterien ließ sich eine praktische Aufgabe bewerten? Und welche Hinweise benötigten neue Trainerinnen und Trainer, damit die Schulungsqualität nicht von persönlichen Routinen abhing?
Eine Videokonferenz hätte genügt, um Dokumente zu verteilen oder einzelne Fragen zu beantworten. Für Probelektionen, kollegiales Feedback und die gemeinsame Überarbeitung von Materialien war sie jedoch ungeeignet. Die Beteiligten sollten Unterrichtssituationen durchspielen, beobachten und anschließend präzise auswerten können.
Bei der Suche nach einem Schulungsraum in Leipzig standen daher konzentrierte Arbeitsbedingungen und eine flexible Nutzung im Vordergrund. Zugleich sollte der Ort für die aus verschiedenen Teilen Mitteldeutschlands anreisenden Beteiligten gut planbar sein. Organisatorische Fragen zur Nutzung konnten vorab anhand der Informationen zu Tagungen in der Villa Trufanow eingeordnet werden.
Vorbereitung mit klar verteilten Rollen
Schon vor dem Termin teilte der Bildungsträger die vorhandenen Lernmodule unter den Teilnehmenden auf. Jede Kleingruppe bereitete einen kurzen Ausschnitt als Probelektion vor. Ergänzend entstand ein Beobachtungsbogen, der zunächst bewusst als Arbeitsfassung angelegt war: Er enthielt Kriterien zu Verständlichkeit, Aktivierung der Lernenden, Zeitführung und Umgang mit Rückfragen.
Mit dem Team der Villa wurden der geplante Ablauf, die benötigten Arbeitsphasen und die Anlieferung der Schulungsunterlagen abgestimmt. Statt den gesamten Tag frontal zu organisieren, sollte die Raumordnung Wechsel zwischen Präsentation, Übung und Auswertung ermöglichen. Fragen zur Buchung und Vorbereitung ließen sich außerdem über den FAQ-Bereich der Villa Trufanow klären.
Für die Anreise erhielten die Beteiligten neben den internen Hinweisen auch einen Verweis auf die offizielle Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn. So konnten individuelle Bahnverbindungen unabhängig von der Veranstaltungsplanung geprüft werden.
Probelektionen als gemeinsamer Praxistest
Nach einer kurzen Verständigung über Ziele und Feedbackregeln begann die erste Erprobungsrunde. Jeweils ein Teil der Gruppe übernahm die Rolle der Lehrenden, während die übrigen Personen typische Lernende mit unterschiedlichen Vorkenntnissen darstellten. Dadurch wurden Fragen sichtbar, die bei einer reinen Durchsicht der Unterlagen kaum aufgefallen wären.
Eine Aufgabe erwies sich beispielsweise als fachlich schlüssig, setzte aber Wissen voraus, das im vorherigen Modul noch nicht vermittelt wurde. An anderer Stelle fehlte eine eindeutige Anweisung dazu, ob eine Übung einzeln oder im Team bearbeitet werden sollte. Solche Beobachtungen wurden nicht nur gesammelt, sondern unmittelbar in Änderungsvorschläge übersetzt.
Zwischen den Durchläufen arbeitete die Gruppe an den Tischen weiter. Die Moderation achtete darauf, zwischen persönlichen Vorlieben und tatsächlich notwendigen Standards zu unterscheiden. Diese Trennung war entscheidend: Das Programm sollte standortübergreifend vergleichbar bleiben, ohne den Lehrenden jede methodische Freiheit zu nehmen.
Ein unerwarteter Schwerpunkt verändert die Planung
Im Laufe der Veranstaltung zeigte sich, dass nicht die Vermittlung der Fachinhalte die größte Unsicherheit verursachte. Deutlich mehr Gesprächsbedarf bestand bei der Bewertung praktischer Leistungen. Die ursprünglich vorgesehene Abschlussrunde hätte dafür nicht ausgereicht.
Die Gruppe passte deshalb den Ablauf an und verkürzte eine weitere Probelektion. Die gewonnene Arbeitsphase wurde genutzt, um mehrere beispielhafte Leistungen anhand des vorläufigen Bewertungsbogens einzuschätzen. Abweichende Beurteilungen ließen sich so konkret vergleichen, statt nur abstrakt über einheitliche Maßstäbe zu sprechen.
Aus dieser Diskussion entstanden präzisere Kriterien und ergänzende Hinweise für Grenzfälle. Zugleich wurde festgehalten, bei welchen Entscheidungen weiterhin pädagogischer Ermessensspielraum bestehen sollte. Der Wechsel war keine Abkehr vom Tagesziel, sondern schärfte das Ergebnis an einer für die spätere Durchführung zentralen Stelle.
Aus Beobachtungen werden verwendbare Unterlagen
Zum Abschluss lagen mehrere miteinander verbundene Arbeitsergebnisse vor. Die Gruppe hatte die erprobten Lernmodule kommentiert, missverständliche Aufgabenstellungen identifiziert und Zuständigkeiten für deren Überarbeitung verteilt. Hinzu kamen eine weiterentwickelte Fassung des Beobachtungsbogens sowie abgestimmte Kriterien für die Bewertung ausgewählter Praxisaufgaben.
Ebenso wichtig war die Vereinbarung zum weiteren Verfahren. Änderungen sollten zunächst in die Unterlagen eingearbeitet und anschließend standortübergreifend geprüft werden. Erst danach war die Freigabe der finalen Schulungsfassung vorgesehen. Damit endete die Train-the-Trainer-Veranstaltung nicht bei einer allgemeinen Verständigung, sondern mit dokumentierten Aufgaben und einem nachvollziehbaren nächsten Schritt.
Der externe Rahmen unterstützte diesen Prozess, weil Probelektionen, Auswertung und Textarbeit an einem Ort miteinander verbunden werden konnten. Weitere Beispiele für unterschiedliche Veranstaltungsanlässe finden sich in den Case Studies der Villa Trufanow.
Was sich aus dem Format ableiten lässt
Train-the-Trainer-Veranstaltungen gewinnen an Substanz, wenn sie nicht auf die Erklärung eines Schulungskonzepts beschränkt bleiben. Erst die Simulation zeigt, ob Materialien verständlich sind, Übergänge funktionieren und Bewertungskriterien von mehreren Lehrenden ähnlich ausgelegt werden.
Für die Vorbereitung sind drei Punkte besonders hilfreich:
- Probelektionen sollten vorab klar verteilt werden.
- Feedback benötigt gemeinsame Beobachtungskriterien.
- Der Ablauf sollte Raum für Themen lassen, die erst während der Erprobung sichtbar werden.
Im Fall des Bildungsträgers führte diese Arbeitsweise zu konkreten Überarbeitungsaufträgen und einer belastbareren Grundlage für die standortübergreifende Qualifizierung. Die Villa Trufanow bildete dafür den äußeren Rahmen einer Veranstaltung, deren Ergebnis vor allem aus sorgfältigem Testen, Vergleichen und Dokumentieren entstand.
Summary
A non-profit education provider from Central Germany held a train-the-trainer session at Villa Trufanow in Leipzig. The organisation needed to prepare instructors from several locations to deliver a revised qualification programme consistently. Participants tested selected modules through short teaching simulations, observed each other using shared criteria and revised unclear tasks. During the session, assessment standards emerged as the most pressing issue, so the agenda was adjusted to compare sample evaluations. The group concluded with annotated learning materials, refined assessment criteria, assigned revision tasks and an agreed review process before the programme’s final approval.
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